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Die Amazonen und weitere Frauen der Literatur

[cb] 2015 hat die britisch-pakistanische Autorin Kamila Shamsie die Verlage dazu aufgerufen, 2018 ausschliesslich Bücher von Frauen zu publizieren. Zwar hat nur ein kleiner englischer Verlag dies auch wirklich umgesetzt, aber Shamsie‘s Provokation hat vielen deutlich gemacht, wie sehr Frauen auf dem Buchmarkt untervertreten sind.

2018 feiert der deutsche LiBeraturpreis sein dreissigjähriges Bestehen. Mit ihm werden ausschliesslich Autorinnen für eine Übersetzung auf Deutsch ausgezeichnet. Dass ein Preis für Frauen weiterhin Sinn macht, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass nur etwa ein Drittel der auf Deutsch übersetzten Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika von Frauen ist. Litprom, die literarische Partnerorganisation von artlink, widmet neben der aktuellen Nummer der „Literaturnachrichten“ eine Anthologie den Autorinnen und dem LiBeraturpreis: „Vollmond hinter fahlgelben Wolken. Literatur von Frauen aus dem Globalen Süden“ (Unionsverlag).

Die Anthologie ist auch Teil des Programms des Anderen Literaturklubs und erscheint demnächst. Es freut uns besonders, dass zwei weitere der vier Bücher, die die Klubmitglieder erhalten, von Frauen sind: „Mein pochendes Leben“ der Koreanerin Ae-ran Kim und „Die Strasse zum 10. Juli“ der Chilenin Nona Fernández. ...mehr

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Aminata Sow Fall


 
   
 
Erschienen

Jacob Salem & Somkieta

Nanluli (2018)

[rh] Jacob Salems Biographie liest sich wie ein Märchen: Ein Diener am königlichen Hof von Mogho Naba, dem Regenten der Mossi-Ethnie in Burkina Faso, entdeckt eines Tages durch Zufall das Gitarrenspiel und will Rocker werden. Mit dem Segen des royalen Herrschers verlässt er den Hof und zieht nach Ouagadougou, um sein Glück als Musiker zu finden. Dort begegnet er 2013 dem Anglo-Schweizer Gitarristen André „Somkieta“ Courbat, der auf seinem Motorrad durch Burkina Faso fährt und auf der Suche nach lokalen Musikern ist. Eine fruchtbare Zusammenarbeit beginnt: André arrangiert und produziert Jacobs Stücke; Gitarren, Stimmen und Perkussion werden in Burkina Faso aufgenommen, Schlagzeug und Bass in der Schweiz. Nach dem Mastering im legendären Abbey Road Studio in London erscheint „Nanluli“, das erste Album der Gruppe.

Traditionelle Rhythmen aus Jacobs Region, die Rock-Attitüde des Sängers, die Einflüsse von André und die westliche Instrumentierung formen auf dieser CD einen Stil, der gerne als „Rock Mossi“ bezeichnet wird. Die gekonnt eingesetzte Perkussion, welche sich an das rockig-gerade gespielte Schlagzeug schmiegt, verhindert dabei ein Abdriften in allzu abgedroschene Rock-Klischees. Einige Klangkonstellationen, zum Beispiel in den balladesken Songs „Kiiba“ und „Barka“, erinnern an Passagen des legendären Albums „Talking Timbuktu“ von Ry Cooder und Ali Farka Touré, doch Jacobs charakteristische Stimme verleiht dem Gehörten stets einen Nimbus von Eigenständigkeit. Alles in allem ein gelungenes Bluesrock-Album, in dem die Präsenz Burkina Fasos deutlich spürbar ist – ehrlich, kraftvoll und kurzweilig.

 

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Hinweise

SüdKulturFonds

Beiträge 1. Runde 2018


Auf den ersten Eingabetermin für Gesuche ab CHF 5'‘000 am 31. Januar erhielten wir aussergewöhnlich viele Eingaben. Allein in der Sparte Musik hatte die Kommission 30 Gesuche zu beurteilen, welche zusammen mehr Geld beantragten, als im gesamten letzten Jahr für Musik verteilt werden konnte. Entsprechend stark mussten die Prioritäten des Fonds gewichtet werden: jenen KünstlerInnen den Zugang zum Schweizer Markt zu erleichtern, welche mehrheitlich in Ländern des Südens und Ostens tätig und auf europäischen Bühnen noch wenig etabliert sind. Nicht wenige Gesuche haben deshalb erheblich kleinere Beiträge erhalten als beantragt, auch die wiederkehrenden Jahresbeiträge an Veranstaltungsreihen wurden leicht gekürzt, da die Programme nur teilweise den genannten Zielsetzungen entsprechen. 10 Gesuche wurden ganz abgelehnt, mehrere auch aus dem Grund, dass die KünstlerInnen nicht aus einem für den Fonds prioritären Land stammen. Zugesprochen wurden CHF 143‘'500, also 40% des Beitrages für alle Musikprojekte aus dem Vorjahr. In den nächsten Monaten wird der Fond ein Förderprogramm lancieren, welches verstärkt Tourneen von bisher noch nicht in Europa etablierten KünstlerInnen im Fokus hat. Wir werden an dieser Stelle darüber informieren.

Von den zehn zu beurteilenden Projekten aus Tanz, Theater, visueller Kunst und spartenübergreifend wurden vier abgelehnt. Die bewilligten Gesuche teilen sich Beiträge in der Höhe von CHF 56'‘000.

   
 
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