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Quer durch die Schweiz

[ma] Unsere Veranstaltungsagenda lässt sich auf mehrere Arten anzeigen: nach Datum, Kunstsparten, KünstlerInnen, Orten und Lokalen… und sie verfügt auch über einen alphabetischen Index. Dieser ist zwar sehr lang (am 19. 6. genau 1139 Zeilen lang), zeigt aber beim darüber scrollen sehr schnell, welche Kunstschaffenden in den nächsten Wochen und Monaten in der Schweiz eine Tournee machen werden. Hier einige Hinweise, wer demnächst zwischen Kreuzlingen und Genf, Basel und Locarno unterwegs ist: 11 Konzerte wird der indische Sarod-Virtuose Smit Tiwari spielen, der auf Einladung des in Basel lebenden Tabla-Spielers Udai Mazumdar in der Schweiz weilt. Seit Jahren organisiert Udai jährlich zwei Tourneen, zu denen er ausgezeichnete MusikerInnen aus Indien einlädt (31.5. bis 23.6.). Im Trio Siselabonga sind es zwei Schweizer Musiker, die mit dem in Dakar lebenden Koraspieler Tarang Cissokho zusammenarbeiten. Ihre nach 2017 nun zweite Tournee beginnt an Afropfingsten in Winterthur und endet nach 8 Konzerten am 23.6. in Zug. Auch Kala Jula ist ein Projekt zwischen Monthey im Wallis und Bamako in Mali: Vicent Zanetti und Samba Diabaté spielen beide Gitarre und pflegen einen sehr raffinierten Sound, der nicht nur Gitarristen begeistert (bis 10.6.). Aus Aegypten respektive Syrien in die Schweiz eingewandert sind Wael Sami und ...mehr

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Siselabonga (Foto: Ernst A. Kehrli)


 
   
 
Erschienen

Jacob Salem & Somkieta

Nanluli (2018)

[rh] Jacob Salems Biographie liest sich wie ein Märchen: Ein Diener am königlichen Hof von Mogho Naba, dem Regenten der Mossi-Ethnie in Burkina Faso, entdeckt eines Tages durch Zufall das Gitarrenspiel und will Rocker werden. Mit dem Segen des royalen Herrschers verlässt er den Hof und zieht nach Ouagadougou, um sein Glück als Musiker zu finden. Dort begegnet er 2013 dem Anglo-Schweizer Gitarristen André „Somkieta“ Courbat, der auf seinem Motorrad durch Burkina Faso fährt und auf der Suche nach lokalen Musikern ist. Eine fruchtbare Zusammenarbeit beginnt: André arrangiert und produziert Jacobs Stücke; Gitarren, Stimmen und Perkussion werden in Burkina Faso aufgenommen, Schlagzeug und Bass in der Schweiz. Nach dem Mastering im legendären Abbey Road Studio in London erscheint „Nanluli“, das erste Album der Gruppe.

Traditionelle Rhythmen aus Jacobs Region, die Rock-Attitüde des Sängers, die Einflüsse von André und die westliche Instrumentierung formen auf dieser CD einen Stil, der gerne als „Rock Mossi“ bezeichnet wird. Die gekonnt eingesetzte Perkussion, welche sich an das rockig-gerade gespielte Schlagzeug schmiegt, verhindert dabei ein Abdriften in allzu abgedroschene Rock-Klischees. Einige Klangkonstellationen, zum Beispiel in den balladesken Songs „Kiiba“ und „Barka“, erinnern an Passagen des legendären Albums „Talking Timbuktu“ von Ry Cooder und Ali Farka Touré, doch Jacobs charakteristische Stimme verleiht dem Gehörten stets einen Nimbus von Eigenständigkeit. Alles in allem ein gelungenes Bluesrock-Album, in dem die Präsenz Burkina Fasos deutlich spürbar ist – ehrlich, kraftvoll und kurzweilig.

 

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Hinweise

SüdKulturFonds

Beiträge 1. Runde 2018


Auf den ersten Eingabetermin für Gesuche ab CHF 5'‘000 am 31. Januar erhielten wir aussergewöhnlich viele Eingaben. Allein in der Sparte Musik hatte die Kommission 30 Gesuche zu beurteilen, welche zusammen mehr Geld beantragten, als im gesamten letzten Jahr für Musik verteilt werden konnte. Entsprechend stark mussten die Prioritäten des Fonds gewichtet werden: jenen KünstlerInnen den Zugang zum Schweizer Markt zu erleichtern, welche mehrheitlich in Ländern des Südens und Ostens tätig und auf europäischen Bühnen noch wenig etabliert sind. Nicht wenige Gesuche haben deshalb erheblich kleinere Beiträge erhalten als beantragt, auch die wiederkehrenden Jahresbeiträge an Veranstaltungsreihen wurden leicht gekürzt, da die Programme nur teilweise den genannten Zielsetzungen entsprechen. 10 Gesuche wurden ganz abgelehnt, mehrere auch aus dem Grund, dass die KünstlerInnen nicht aus einem für den Fonds prioritären Land stammen. Zugesprochen wurden CHF 143‘'500, also 40% des Beitrages für alle Musikprojekte aus dem Vorjahr. In den nächsten Monaten wird der Fond ein Förderprogramm lancieren, welches verstärkt Tourneen von bisher noch nicht in Europa etablierten KünstlerInnen im Fokus hat. Wir werden an dieser Stelle darüber informieren.

Von den zehn zu beurteilenden Projekten aus Tanz, Theater, visueller Kunst und spartenübergreifend wurden vier abgelehnt. Die bewilligten Gesuche teilen sich Beiträge in der Höhe von CHF 56'‘000.

   
 
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