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Kaserne Globâle

Zwei globale Kulturanlässe – das Theaterspektakel Zürich und das Theaterfestival Basel – sind in diesen Tagen zu Ende gegangen. Ein weiteres, spartenübergreifendes Festival mit Weltblick schliesst an: La Bâtie in Genf dauert noch bis am 16. September. Dass der künstlerische Blick auf und aus der Welt und der interkontinentale Austausch nicht nur ein sommerliches Zwischenspiel sind, dafür will Sandro Lunin, der ehemalige Leiter des Theaterspektakels, mit seinem Team in der Kaserne Basel sorgen. Seine erste Spielzeit als künstlerischer Leiter wird mit Kaserne Globâle am 25. September eröffnet. Das zweiwöchige Festival präsentiert Neukreationen und Kollaborationen von Künstler*innen auf der Nord-Süd-Achse, welche die Begegnung in den Fokus stellen.

 

Die Ägypterin Laila Soliman führt Regie im Stück „Museum of Lungs“ der südafrikanischen Aktivistin und Autorin Stacy Hardy, eine Auseinandersetzung mit Krankheit, mit der Tuberkulose. Eine tänzerisch-musikalische Begegnung präsentieren auch der Kongolese Faustin Linyekula und die Performerin und Sängerin Hlengiwe Lushaba aus Südafrika (Not another Diva). Auch zwei jungen, noch nicht lange in der Schweiz ansässigen Künstlerinnen wird eine Plattform geboten: der Tänzerin Jolie Ngemi mit „Identity n’a ngai“ und der syrischen Schauspielerin Lubna Abou Kheir mit „Damaszener Café“.    www.kaserne-basel.ch

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Faustin Linyekula (© Agathe-Poupeney)


 
   
 
Spot

Ensemble Kaboul (Reloaded)

 
[ma] Im Juni berichteten wir, dass das in Genf beheimatete afghanische Ensemble Kaboul eine der seltenen Gruppen aus der Schweiz war, die an der Musikmesse Womex im Programm standen, und zwar 2002. In den letzten Jahren war das Ensemble wegen des hohen Alters seines Sängers Hossein Arman kaum mehr aktiv. Nun hat es in erneuerter Besetzung einen Videoclip aufgenommen, welcher einen Einblick in das aktuelle Repertoire gibt und die Musiker und Musikerinnen präsentiert. Den Gesangspart hat Mashal Arman, die Tochter des bisherigen Sängers, übernommen. Sie hat sich in Genf und Lausanne als Mezzosopran ausgebildet und ist die Schwester des Rubab-Virtuosen Khaled Arman, welcher seit den Anfängen in den 1990er-Jahren das Ensemble Kaboul musikalisch leitet. Sein langjähriger Duo-Partner Siar Hachemi begleitet die Gruppe auf Tabla der und vielen andern Perkussionsinstrumenten. Die Armenierin Meri Vardanyan spielt die Kanun, der Multiinstrumentalist Fashad Soltani die iranische Geige Kamantsche. Gemeinsam erforschen und pflegen sie auf höchstem Niveau die persische Musik Afghanistans, welche heute in Vergessenheit zu geraten droht.

 

Videoclip

 
Hinweise

Fatma Charfi M’Seddi

1955 - 2018

[ma] 1994 organisierte artlink – damals „Kultur und Entwicklung“ – im Kulturpanorama Luzern die erste Einzelausstellung der schweizerisch-tunesischen Objektkünstlerin Fatma Charfi M’Seddi in der Deutschschweiz. Ein Jahr später folgte eine Ausstellung im Frauen-Kunstforum in Bern – wo sie nun auch lebte - und danach zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Im Jahr 2000 gewann sie an der Biennale von Dakar den „Grand Prix Léopold Sédar Senghor“, es folgten Ausstellungen in den USA, in Dubai und immer wieder in Tunesien. Im Zentrum ihrer Arbeiten stand der Abrouc*, eine aus Seidenpapier geknüllte kleine Figur, meist schwarz und manchmal rot, wenn sie für den „Petit Suisse“ stand. Hunderte dieser Figuren bevölkerten Landschaften und Objekte aller Art, manchmal in Plastikdosen eingeschlossen, oder dann durch ein Video irrend.

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und das Zusammenleben in einer von Migration geprägten Schweiz waren die Themen in Fatmas Arbeiten und Texten. Letztere schrieb sie vor allem in den letzten Jahren, als sie aufgrund ihrer Krankheit keine grossen Projekte mehr anpacken konnte. Anfang Mai ist Fatma Charfi in Vevey verstorben und hat in Sfax (Tunesien) ihre letzte Ruhe gefunden. >Facebook

 

* Tunesisch für eine schlaue, durchtriebene Person

   
 
   © artlink | Büro für Kulturkooperation      Design: Eva Rolli Visuelle Gestaltung