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Heavy Black Folk

[ma] Nicht immer erlebten wir die Womex, die grösste internationale Fachmesse für „Worldmusic“, so inspirierend wie dieses Jahr im polnischen Katowice. Dies lag weniger an den rund 300 Ständen von Agenturen und Ländern oder den über 2000 Delegierten aus 90 Ländern, die die Messehallen bevölkerten, sondern am Musikprogramm. Genauer gesagt, an Musikgruppen, welche einen neuen, anderen Umgang mit musikalischen Traditionen zelebrierten, als was in den letzten Jahren und Jahrzehnten so üblich war. 2012 im griechischen Thessaloniki kommentierte ein jüngeres Mitglied der Womex-Auswahljury, die „7 Samurais“ genannt wird, dass es doch erstaunlich sei, an dieser Promotions-Veranstaltung so viel Musik ihrer Grosseltern zu hören. 2017 sorgte eine ganze Reihe von Acts für ein anderes Gefühl. Zum Beispiel die tunesisch-französische Gruppe Ifriquiyya Electrique oder Pixvae mit MusikerInnen aus Frankreich und aus Kolumbien. In beiden Fällen treffen traditionelle Rhythmen und Gesänge – im ersten Fall der südtunesischen Nachfahren schwarz-afrikanischer Sklaven, im zweiten von der afro-kolumbianisch geprägten Atlantikküste – auf knallharte Gitarrenakkorde, verstärkt durch Bass (Ifriquiyya) oder Baritonsax ...mehr

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Pixvae (Colombia/F)


 
   
 
Erschienen

Yvonne Adhiambo Owuor

Der Ort, an dem die Reise endet
Dumont Buchverlag, 512 Seiten
In der Reihe des Anderen Literaturklub

Kenia, 2007. Odidi Oganda, ein hochtalentierter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten: an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer erfüllt in die Wildnis. Und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Yvonne Adhiambo Owuor erzählt in einer Sprache voller Kraft und Intensität auch eine Geschichte von universeller Dringlichkeit – von Macht und Täuschung, von unerwiderter Liebe und dem unbeirrbaren Willen zum Überleben.

 

Yvonne Adhiambo Owuor wurde 1968 in Kenia geboren. 2003 wurde eine ihrer Kurzgeschichten mit dem Caine Prize for African Writing ausgezeichnet. «Der Ort, an dem die Reise endet» ist ihr erster Roman, für den sie 2015 den Jomo Kenyatta Prize for Literature erhalten hat. Yvonne Adhiambo Owuor lebt in Nairobi.

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Hinweise

SüdKulturFonds

Letzte Gutsprachen für 2017


Auf den Eingabetermin vom 31. August gingen beim SüdKulturFonds Gesuche für Beiträge in der Höhe von rund 230‘000 Franken ein. Aus dem Budget 2017 standen für die dritte Expertenrunde noch knapp 80‘000 Franken zu Verfügung. Die 24 eingegangenen Anträge mussten folglich einer sehr strengen Prüfung unterzogen werden, sieben davon wurden abgelehnt. Bei mindestens drei Ablehnungen lag der Grund einzig darin, dass die KünstlerInnen nicht aus einem prioritären Land stammen, also einem Land, in welchem die DEZA selbst aktiv ist. Bei vielen weiteren Gesuchen wurde Beiträge weit unter der beantragten Summe gesprochen: Der Fonds kann nur jene Kosten berücksichtigen, welche aufgrund eines Engagements von KünstlerInnen entstehen, die ausserhalb Europas leben – internationale Flüge, Kosten für mehrtägige Unterbringung und Verpflegung. Hingegen sind z.B. im populärmusikalischen Bereich die Künstlergagen in erster Linie durch die Ticketeinnahmen zu decken. So auch bei Tourneen: Die Entschädigung der MusikerInnen ist durch die von den Veranstaltern bezahlte Gage zu decken, nicht durch Subventionen.

 

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 125 Projekte unterstützt, die finanziellen Mittel des Fonds für das laufende Jahr sind damit ausgeschöpft. Nächster Eingabetermin (für Projekte ab Januar 2018): 30. November 2017.

   
 
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